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Via Claudia Radtour 2010
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3. Tag Hopfen am See - Lermoos (57km)
Erneut Frühnebel. Eine Schande, denn so bleibt uns der wunderschöne Blick auf den Hopfensee verwehrt. Ziel des heutigen Tages ist Lermoos, um dann direkt am Morgen des vierten Tages den Fernpass in Angriff zu nehmen. Nach lukullischem Frühstück geht es auf dem Bodensee-Königsee Radweg Richtung Füssen weiter. Das kennen wir ja schon. Was wir auch kennen, ist das übliche Verfahren in Füssen. Same procedure es every year, James. Na ja, dank unseres Kartenmaterials finden wir dann doch den richtigen Weg und kommen kurz darauf am Lechfall. vorbei. Weiter geht's, bei jetzt bestem Wetter, auf einem Der Lechfall
größtenteils ungepflastertem Radweg der neben der Hauptstraße entlang führt, aber großen Spaß macht.
Das geht so, bis wir die Autobahn 179 erreichen, dann biegt der Radweg nach links ab und führt auf eine Bundesstraße Richtung Pinswang. Die Straße ist dank des Autobahnbaus extrem leer. Sie ist landschaftlich toll und prima befahrbar. Weiter geht's auf eine kleine Steigung zu. 30 Höhenmeter sind hier auf einem recht kurzen Stück zu überwinden. Dieser erste Konditionstest verläuft für uns beide sehr positiv. Die Form ist tatsächlich da. Das macht Mut. Kurz darauf belohnen wir uns in Pflach im Café Alpenblick mit einem Kaffee und schauen einigen älteren Einheimischen zu, wie sie ihren Tag mit ein paar Halben beginnen. Ist das noch Dolce far Niente? Dann geht's nach Reutte. Das ist, wie immer, hoffnungslos überfüllt. Autos und LKWs durchqueren den Ort im Schritttempo und wir mittendrin. Am Ortsausgang finden wir dann wieder ein Via Claudia Schild. Leider verweist es auf einen Feldweg der als MTB-Strecke mit mittlerer Schwierigkeit ausgewiesen ist und schon im sichtbaren Bereich deutlich ansteigt. Ist das der einzige Weg? Wir finden wir noch ein weiters Schild Richtung Westen und entscheiden uns diesem zu folgen. Nach einer Reihe von Kilometern immer am Lech lang, wird immer klarer, dass dieses nicht der richtige Weg ist. Einige hatten das schon früh erkannt, andere (Matthias ;-)) beharrten auf der Richtigkeit dieses Weges. Irgendwann nachdem wir 2-mal den Lech überquert und mehrere Wanderer und Radfahrer befragt haben, gibt Matthias auf und wir fahren wieder zurück nach Reutte. Landschaftlich und fahrtechnisch war es ein schöner Abstecher ;-)
Lech bei Reutte In Reutte angekommen stehen wir dann wieder vor dem MTB-Schild. Nach einer kurzen mentalen Pause werfen wir uns in den ersten brutalen Anstieg. Nach wenigen Metern im Wald wird der Anstieg so stark, dass wir, zum ersten Mal auf dieser Tour, schieben müssen. Nachdem wir dieses erste Stück hinter uns haben, geht es aber auf den Rädern weiter
Richtung Ehrenberger Klause. Ein echter Höhepunkt. Hinter der Klause geht es asphaltiert und steil weiter. Wir kämpfen uns hoch, versuchen so lange wie möglich zu radeln und müssen doch am Ende noch ein paar Meter schieben. Wir erreichen die Fernpass-Straße, bleiben aber auf unserer Strecke. Es geht, wieder auf dem Rad, weiter in den Wald hinein. Eine üble Schotterstrecke mit starker Steigung kommt dann noch vor Heiterwang. Hinter mir höre ich mehrmals das Durchdrehen von Matthias Hinterrad. Bereits jetzt deutete sich an, dass dies Matthias letzte Tour mit diesem Rad wird. Bei solchen Strecken sind Mountainbikes einfach Pflicht und selbst gute Tourenräder überfordert. In Heiterwang machen wir dann eine Pause im Forellenhof und stärken uns.
Als wir wieder los wollen, stelle ich fest, dass mein Hinterrad etwas weich wirkt und ein Blick drauf deutet Luftdruckverlust an. An der Tankstelle gegenüber versuche ich Luft nachzupumpen. Leider erweist sich das Gerät dazu als äußerst wehrhaft, mit dem Ergebnis, dass ich entnervt nach 2 Minuten aufgebe und eher weniger Luft im Reifen habe als vorher. Heiterwang
Danach geht es weiter nach Bichlbach, wo wir mit 1.136 m den höchsten Punkt unserer heutigen Tour erreichen. Leider geht es dann nur auf der stark befahrenen Fernpass-Strasse weiter Richtung Lermoos, das ist selbst bergab ein fürchterlicher Abschnitt. Mit 50 Sachen und weichem Heck den Berg runter. Direkt hinter einer, von einem LKW angeführten, Schlange von Autos. Matthias hat zeitweise fast 200 Meter Vorsprung. Als rechts ein größerer Parkplatz auftaucht kann ich wenigstens die hinter mir Fahrenden durchlassen, doch der Effekt hält nicht lange an. Kurz vor Lermoos verlassen wir endlich die Fernpass-Strasse und erreichen schließlich Lermoos. Endlich taucht auch eine weitere Tankstelle auf und ich kann erfolgreich meinen Hinterreifen aufpumpen. Mal sehen wie der Luftdruck morgen früh ist. Mit etwas Glück ist es ja doch kein schleichender Plattfuß. Wir suchen uns eine Unterkunft und werden schnell fündig im Hotel Alpenhof. Einfach, günstig und so gerade noch ok mit einem schönen Blick auf die Zugspitze. Ich beschließe vor dem Abendessen noch meine Klamotten zu waschen. Das ist mehr als fällig, das Zeug riecht ein wenig nach nassem Bieber.
Lermoos Nachdem ich die Klamotten gewaschen habe, häng ich sie über die Heizung und stelle diese an. Kein Geräusch ertönt und auch wenige Minuten später ist die Heizung immer noch eiskalt. Ok, das könnte knapp werden. Selbst schuld, das hätte ich auch alles gestern erledigen können. Kurz darauf klopft Matthias an
und wir machen uns auf den Weg in den Ort zwecks Nahrungsaufnahme. Zuerst besuchen wir einen Discounter und decken uns mit Getränken für Morgen, Schokolade und anderem Naschwerk ein. Morgen wird ein harter Tag. Nach erfolgreichem Einkauf suchen wir uns ein Restaurant und werden schnell fündig. Ein Blick auf die Speisekarte des Restaurant Sam und aufs Ambiente und Publikum führt zur sofortigen Einigung zwischen Matthias und mir. Das ist kein Laden für kulinarische Köstlichkeiten, hier ist österreichische Hausmannskost gefragt. Ergo bestellen wir Wiener Schnitzel mit Pommes. Schon als die Kellnerin uns das Essen in Kombination mit einem großen Bier bringt, wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben und in der Tat, das Schnitzel ist superlecker und reichlich. Gestärkt philosophieren wir noch bei einem weiteren Bier über den morgigen Tag. Die Entscheidung für den, wahrscheinlich strapaziösen, Feldweg zum Fernpass ist eh gefallen. Wieder zurück auf dem Zimmer stelle ich fest, dass zumindest die Heizung im Schlafraum lauwarm ist und bette meine Klamotten um.